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Svatma Erika Daub
Geboren 1945 in Eisenerz (Österreich)

Svatma ist Mutter und Großmutter, und sie bietet spirituelle Lebensberatung an.

 

Unser Gespräch haben wir am 2. Mai 2014 in Köln aufgenommen.

Am besten gefällt mir der Stein für weise, mit seinen hellen Punkten, und auch wegen der Form. Diesen Stein finde ich für mich am ansprechendsten. Gestern habe ich schon über alt, wild und weise nachgedacht und mich gefragt, wo ich mich da sehen würde.

Also alt, das ja schon, aber ich halte mich nicht für besonders wild. Und unter weise verstehe ich ein weisheitsvolles Potenzial, das mehr mit Weisheit zu tun hat, die ich noch nicht erlangt habe.

Ich finde mein Leben nicht besonders wild. Unter wild verstehe ich etwas Rebellisches oder jemand, der etwas ganz außergewöhnliches macht, vielleicht viel reist. Aber das sind Aspekte, die ich aus meinem Leben nicht kenne, und die ich auch für mich nicht für wichtig halte

Wild kann natürlich auch bedeuten, nicht mit dem Strom zu schwimmen und nicht in alten Mustern zu denken und sich einzuordnen. Mein ganzes Leben war so, dass ich nicht den gesellschaftlichen Normen entsprochen habe. Ich gehöre ja zu der Generation, die sich politisch engagiert hat und gesellschaftspolitisch neue Ideen hatte. Wir wollten aus den alten Mustern unserer Familienstrukturen raus, und wir haben damals Erfahrungen gemacht, die völlig neu waren. Es ging um neue Ideen und eine andere Form von Selbstverwirklichung.  
Ich lebe sehr zurückgezogen.

Ich habe damals mein Leben auf eigene Füße gestellt, was ein Riesenschritt für mich war, weil ich aus Strukturen komme, die mir Selbständigkeit schwer gemacht haben. Ich bin ja direkt nach Kriegsende geboren, und die Schwere dieser Zeit hat auch meine Kindheit geprägt.

Ich habe es damals gewagt, mich in sehr unsichere Verhältnisse zu begeben, also aus einer relativen Sicherheit, aus der materiellen Sicherheit einer Ehe, rauszugehen und die Kinder mitzunehmen und die Verantwortung zu tragen. Das kann man möglicherweise als wild bezeichnen. Es sind wilde Zeiten gewesen. Ich, und viele in meiner Generation auch, wir haben vieles anders gemacht als unsere Eltern. Und ich war der Überzeugung, wenn ich es anders mache, dann ist es richtig und dann mache ich keine Fehler. Zum Beispiel in meiner Rolle als Mutter. Meine Kinder hatten viele Freiheiten, aber zu wenig Schutz und Fürsorge. Disziplin und Ordnung, in schulischen Belangen beispielsweise, habe ich ihnen kaum vermitteln können. Es schien mir nicht so wichtig zu sein.

 

Und es hat ganz lange gedauert, bis ich für mich verstanden habe, dass ich es in der Mutterrolle zwar anders gemacht habe und dass es auch gut war, dass es aber nicht heißt, dass meine Kinder nicht mit den Fehlern und den Auswirkungen zu leben hatten, die ich, und viele meiner Generation, mit verursacht haben.

Ich erfahre neue Facetten meines Seins.
 

Und das ist eine Erkenntnis die erst mit dem Alter gekommen ist und mit der Selbstbetrachtung und der Demut vor dem Leben und der Erkenntnis, wie wir uns in unserem Menschsein entwickeln. Das ist eine Einsicht, die man als weise bezeichnen könnte.

Dennoch bin ich der Meinung, dass wir auch im Alter immer wieder neue Erfahrungen machen. Im Außen betrachtet sehen diese Erfahrungen vielleicht nicht spektakulär aus, aber sie sind, was mein Gefühlsleben betrifft, immer neu, und sie gehen tiefer als zuvor. Ich erfahre neue Facetten meines Seins. Und das hat schon mit dem Alter und mit dem fortschreitenden älter werden zu tun, dass ich mein Leben ganz neu und anders betrachte.

Und jetzt bin ich in einem Prozess, in dem ich mein Leben rückblickend anders wahrnehmen kann. Ich bin viel allein und gehe oftmals tief in meine Vergangenheit und gehe in das Fühlen. Ich habe viel Zeit und gehöre nicht zu denen, die von Veranstaltung zu Veranstaltung gehen. Zum einen, weil mich vieles nicht wirklich interessiert, und dann schaffe ich das auch gar nicht.

Ich lebe sehr zurückgezogen. Und manchmal bin ich zu viel allein. Dann merke ich, dass es mir nicht gut tut.

 
Ich habe dabei das wunderbare Gefühl, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.
 

Ich bin mehr darauf ausgerichtet, in meiner Innenwelt zu forschen und weiß, dass es für mich wichtig ist, meinem Wesen näher zu kommen und mich darin zuhause zu fühlen.

Alle Männer und alle Frauen im Alter können natürlich kluge Sätze zum Altern sagen, oder auch weniger kluge, weil jeder, der noch lebt, seine Erfahrungen macht. Ich bin mehr jemand, der das alleine verarbeitet. Meine Gedanken, meine Gefühle, das, was mit meinen Leben zu tun hat, mein Alleinsein. Es gibt in meinem Leben einen roten Faden, der mit Heilung und Klärung von Beziehungen zu tun hat. Beziehungen zu meinen Kindern, zu tiefen Freundschaften, und dann ist es ein Thema, dass es seit über 20 Jahren keinen Partner mehr gibt.

 

Es geht für mich darum, zu fühlen und zu verstehen was zu meiner Seele gehört und zu meinem Wesen. Und es geht darum, zu verstehen, welche Aufgabe ich hier in diesem Leben habe. Die Prozesse des Fühlens verändern sich, sie schwanken und sind sehr subtil und fein. Der Prozess des Älterwerdens hat für mich mit dem Verstehen zu tun. Und mit der immer größer werdenden Toleranz und mit dem Bemühen, mein Leben nicht so kritisch zu betrachten. Älterwerden bedeutet für mich auch, mir die Unbewusstheit meines Handelns in der Vergangenheit zu vergeben und einen liebevollen Blick darauf zu haben, wie es gewesen ist.

Manchmal bin ich zu viel allein. Dann merke ich, dass es mir nicht gut tut.

Weil ich sehr intuitiv bin und empathisch, kann ich anderen Unterstützung geben, auch durch dieses Verstehen. Aber es ist ein ganz anderer Prozess, dieses liebevolle Verständnis auf mich selbst anzuwenden. Ich gehe mit mir härter um, und vielleicht habe ich auch einen hohen Anspruch an mich, was mit Älterwerden zu tun hat und wie mein Leben zu sein hat. Ich wünsche mir, von diesem Anspruch abzugehen und mich immer mehr so zu nehmen wie ich bin.

  Ich möchte noch mal auf den mittleren Stein, auf das Wilde kommen. Was ich jetzt beschrieben habe, würde ich nicht als etwas Wildes betrachten, sondern als etwas Feines, was sich jenseitig dessen abspielt, was mit alt und älter werden zu tun hat. Ich lebe auch im Zeitenwandel der energetischen Veränderung, die wir kollektiv erleben.
Ich kommuniziere gerne.
 

Und ich bin auch gerne mit Menschen zusammen. Ich kommuniziere gerne. Ich arbeite ja auch noch und bin in einem Buchladen, in den viele Menschen kommen, mit denen ich gerne in Kontakt gehe. Ich fühle mich dort sehr wohl, und ich mache da etwas, was mir entspricht. Ich arbeite mit dem Farbsystem Aura-Soma. Diese Arbeit hat glücklicherweise nichts mit dem Alter zu tun, sie ist nicht davon abhängig, ob ich körperlich sehr fit bin, sondern eher davon, ob ich mich in andere einfühlen kann. Ich liebe diese Arbeit. Und finde darin auch Bestätigung. Immer wenn ich eine Sitzung gebe und das Ergebnis für den anderen fühlbar Befreiung und Erleichterung bedeutet und Beschwingtheit, dann ist das für mich eine große Bestätigung. Ich habe das Glück, und ich kann fühlen: was ich hier mache, das stimmt für mich und auch für den anderen. Ich habe dabei das wunderbare Gefühl, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Svatma arbeitet seit 20 Jahren als Aura-Soma Beraterin in der Buchhandlung Somanas, in Köln.
Telefon: 0221 / 376 12 23
Mobil: 0163 / 240 56 33

 
     
 
   
       
 
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